akustische Installation „ballett orange“
Inhaltliche Beschreibung
An geschichtsträchtigem Ort stellt die Installation die Frage nach der Wiederholbarkeit von Geschichte, nach der Wiederkehr des Gleichen und der Möglichkeit der Repetition gesellschaftlicher Vorgänge und Ereignisse. Die Erkenntnis, dass alles fließt, ist eine der ältesten philosophischen Weisheiten. Dass diese Fließbewegung in Wahrheit als Kreisform vonstatten geht, also auf stetige Wiederholung angelegt ist, gehört zu den vergleichsweise jüngeren Einsichten. Die ewige Wiederkehr des Gleichen, also die endlose Repetition, ist auch das Grundprinzip der Arbeit Josefh Dellegs. Sie konfrontiert uns mit einem unendlichen Leerlauf, der die schematische Reprise als eine ästhetische Strategie anwendet. Ihr durchgängiges Thema ist die Kreisbewegung, mit der sich seit jeher Kultur und ihre Ordnungsvorstellungen von der Zufälligkeit der Natur abzusetzen suchen, zugleich aber in deren Ablauf eingebunden sind. Das Serielle, die Multiplikation und Adaption von Einzelnem zu einem übergeordneten Superzeichen ist die zentrale Kategorie auch dieser Installation; zyklische Prozesse im Kulturellen, im Sozialen und Politischen sind die Vorgänge, um die sie sich dreht. Hierfür ist die Metapher des Tanzes gewählt: der Tanz als ein kreisförmiger Bewegungsablauf, der ein begrenztes Repertoire an Mobilitätselementen einem regulierten Ablaufschema unterwirft, der aber keiner linearen Ausrichtung unterliegt, also ein bewegter Stillstand ist – eine Konventionsform gesellschaftlicher Interaktion, bei der, obwohl mobil, niemand so recht von der Stelle kommt. „Es ist an der Zeit, den Menschen als das Lebewesen zu enthüllen, das aus der Wiederholung entsteht.“ (Jean-Paul Sartre)
Dr. Harald Kimpel

'Ballett Orange'
'Ballett Orange' Akustische Installation Kongress Palais Kassel